EINSICHTEN 01

Vom Schwinden der Erinnerung (Fading Memory)

KunstRaum Weißenohe e.V.

Klosterstraße 20,  91367 Weißenohe

 
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Weitere Info zur Ausstellung,
Fotodokumentation, Vernissage...etc.Einsichten_01.html

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Hintergrund

Seit 2004 finden in der Veranstaltungsreihe „KunstRaum Weißenohe“ Ausstellungen zeitgenössischer bildender Kunst zu gesellschaftlichen und sozialen Themen statt. In diesem Jahr untersuchen wir das Phänomen des Gedächtnisses und den Verlust desselben.

Aus der Erfahrung

Die Kunst des Vergessens ist weder einer Frage des Alters noch der Intelligenz. Menschen nehmen in jeder Sekunde eine Flut von Reizen auf und behalten von diesen einen sehr geringen Teil in Erinnerung und auch nur für eine gewisse Zeit. Die Fähigkeit, über bestimmte Ereignisse dezidiert Auskunft erteilen zu können, sollte uns nicht darüber hinweg täuschen, dass wir ständig Daten und Fakten aus unserem Gedächtnis verlieren. Anders gesagt: Wir sind von Natur aus unfähig, das Erlebte jederzeit abrufen zu können. Bei Gesprächen über das Zeitgeschehen in Bezug auf Politik und Kultur fallen uns plötzlich Namen von Diktatoren oder Filmstars nicht mehr ein, die einstige Schulfreundin wird auf ihre Ticks oder wenige, bestimmte Äußerlichkeiten reduziert, die Gesichter unserer Eltern oder Großeltern, wie wir sie in unserer Kindheit kannten, erkennen wir zwar auf Fotos wieder, wenn wir diese sehen, aber im Gedächtnis sind sie uns meist nicht geblieben.

Tatsächlich beruht unser Leben, unsere Existenz und Identität auf nichts weiter als der Lebendigkeit der Erinnerung. Diese ist aber ihrer Natur nach ein großes Meer im Nebel, aus dem im Vergleich zur Menge der gesamten Informationsaufnahme lediglich winzige Inseln erkennbar hervorragen: Himmelskörper im persönlichen Universum. Sie dienen als Eckpunkte der Lebensplanung, als Säulen des Erkennens oder Wiedererkennens sowie der Identifizierung von Dingen, Personen und Ereignissen. Eigenartig ist vor allem, dass wir nicht ständig über die Diskrepanz zwischen Wissen und Erinnern erschrecken. Denn eigentlich wissen wir unendlich viel, haben aber auf dieses Wissen nur wenig Zugriff und die meisten der von uns selbst gespeicherten Informationen bleiben uns tatsächlich dauerhaft verborgen. Und dennoch treffen wir jeden Tag Entscheidungen, übernehmen Verantwortung, kommunizieren mit Anderen, gleichen Daten ab und verlassen uns absolut auf die dünnen Gespinste unserer neuronalen Vernetzung.

In Vinyl gepresst oder in Stein gemeißelt?

Als wäre die Menschheit ein Wesen für sich, lässt sich der permanente persönliche Gedächtnisverlust eins zu eins auf das soziale Gedächtnis übertragen. Die Versuche, die wachsende Menge von Informationen erfassen und bewahren zu können, erweisen sich allesamt als unmöglich, denn die Speicherdauer unserer Datenträger schwindet offenbar im gleichen Maße, in dem ihre Speicherkapazität zunimmt. CD und DVD lassen sich nach ein paar Jahren nicht mehr abspielen, Magnetbänder zerbröseln, Festplatten „crashen“.

Die relativ zuverlässigen Medien aus Papier eignen sich weder für den schnellen Informationsfluss, noch für Bearbeitung oder Vervielfältigung. Darüber hinaus können wertvolle Schriften kaum noch archiviert werden, da die bestehen-den Archive bereits platzen und für weitere keine Mittel in ausreichender Menge bereitgestellt werden (können).


Angestrebte Ziele und Aktionen

Kunstinteressierter aus dem nahe gelegenen Großraum Nürnberg sowie auch aus der näheren Umgebung geworden und zieht seit Jahren namhafte Künstler und zahlreiche Ausstellungs-Besucher an. Die Aktionen von KunstRaum Weißenohe finden auf dem Gelände der ehemaligen Klosteranlage, insbesondere in der alten Mälzerei der Klosterbrauerei statt.

 

Wir wünschen uns Beiträge aus allen Bereichen der Bildenden Kunst sowie Gastkünstler aus anderen Genres wie beispielsweise Schauspiel, Tanz und Literatur. Zusätzlich zur Ausstellung planen wir ein Begleitprogramm, bestehend aus geeigneten Fachbeiträgen sozialer, technischer oder medizinischer Einrichtungen oder von Unternehmen aus z.B. Pharmazie und Elektronik.

Zur Teilnahme an der Ausstellung laden wir Kunstschaffende aus Deutschland und Polen ein. Das Kuratorenteam ist ebenfalls binational. Es besteht aus dem KunstRaum Weißenohe e.V., vertreten durch die Vorstände Lutz Krutein und Janusz Radtke, sowie durch die Fundacja Transporter Kultury, ul. Mlaskotów 10, 30-117, Kraków, Polska transporterkultury@wp.pl, vertreten durch die Vorsitzenden Jakub Najbart and Piotr Korzeniowski.

EINSICHTEN. 01

Vom Schwinden der Erinnerung (Fading Memory)

Vernissage 05.09.2015Vernissage_2015.html
Ausgestellte Werke Werk_2015.html

Georg Baier, Aurachtal (D)
Zbigniew Bajek, Krakau (PL)
Ulrike Beckmann, Solingen (D)
Andrzej Bednarzyk, Krakau (PL)
Daniel Birkmann, Zirndorf (D)
Lukasz Blazejewski, Krakau (PL)

Lutz Krutein, Fürth (D)
Kamil Kuzko, Krakau (PL)
Darek Milczarek, Krakau (PL)

Jakub Najbart, Krakau (PL)

Tilman Oehler, Oberrüsselbach (D)
Thomas Oram, Nürnberg (D)

Miro Brada, London (GB)

Bartosz Czarnecki, Krakau (PL) Ulrika Eller-Rüter, Wuppertal (D)
Hermine Gold, Pinzberg (D)
Susann-Maria Hempel, Greiz (D)
Piotr Korzeniowski, Krakau (PL)

Jan Podgórski, Krakau (PL)
Janusz Radtke, Nürnberg (D)
Jürgen Rosner, Nürnberg (D)
Detlef Schweiger, Dresden (D)
Justyna Smolen, Krakau (PL)
Michal Sroka, Krakau (PL)

Witold Stelmachniewicz, Krakau (PL)
Michal Stonawski, Krakau (PL)
Jan Tutaj, Krakau (PL)
Christian Vittinghoff, Nürnberg (D)

Jarek Widuch (PL)

Heike Wurthmann, Nürnberg (D)

Teilnehmende Künstler/innen